Worte
Wissen
Witz
Wie die Frau, so das Blog. Texthäppchen finden Sie hier, komplette Artikel dort!

„Letztens wurde ich zum „Frühlingstyp“ erklärt. Meine Farben? Pastellrosa, Flieder, Apfelgrün, Mint, Beige. „Passt zu Ihrem Typ und Ihrem Alter“, sagte die Verkäuferin lächelnd. Anpassung statt Ausdruck. Alles, was ich nie war und nie sein werde.
Irgendwann beschließt der Algorithmus: Menschen über 50 tragen Beige – unauffällig, atmungsaktiv, unsichtbar. Beige ist keine Farbe, es ist eine Haltung: „Sei bitte leiser.“
Nicht nur in der Mode – auch gesellschaftlich. Und genau das ist das Problem. Doch genau das schwächt uns als Gesellschaft. Dabei bräuchten wir genau das Gegenteil:
Erfahrung, die sichtbar bleibt.
Erfahrung ist kein Ballast. Sie ist Kapital
Menschen, die nicht leiser werden, nur weil sie älter werden.
Mehr Haltung – auch in der Art, wie wir auftreten.
Wir verlieren Erfahrung, Haltung, Reibung – alles, was Fortschritt braucht.
Wann genau haben wir beschlossen, uns selbst auszublenden?
Ich sage: Nein, kein belangloses Beige, kein pflegeleichtes Mint. Beige trägt man nicht. Beige wird man. Frau auch.
Der ausführliche Text: Hier klicken!

Ki serviert uns Texte, die klug klingen. Das Perfide: Je glatter der Output, desto leiser der Zweifel. Wir klicken, prompten, posten – und halten kognitive Fast-Food-Produktion für Fortschritt.
Während Maschinen lernen, Texte zu schreiben, verlernen wir, sie zu verstehen. Wir verwechseln Plausibilität mit Wahrheit und Bedienung mit Kompetenz. Wir merken nicht, wie sehr Ki uns formt. Weil sie unsere Muster verstärkt: Denkfaulheit, Bequemlichkeit, Technikglaube. Weil sie unsere Fehler verstärkt: Unsere eigene Unfähigkeit zu denken. Wir glauben, schlauer als sie zu sein und merken nicht, dass wir es nicht sind und selbst immer fauler werden. Denken wird zur Ausnahme. Und zum Störfaktor.
Die Frage ist nicht: „Woran erkennen wir Ki-Texte?“ Die Frage ist: Erkennen wir noch, wann wir selbst nicht mehr denken? Ki macht uns nicht dumm. Sie zeigt, wie wenig wir bereit sind, schlau zu sein. Ki ist ein Spiegel unserer eigenen Intelligenz – oder unseres Mangels daran. Sie spiegelt, was wir füttern: Daten, Muster, Wahrscheinlichkeiten, Erwartungen, Vorurteile. Nicht mehr und nicht weniger. Am Ende sind nicht die Maschinen die Antwort. Wir sind es. Und genau das macht manchen mehr Angst als jede „Superintelligenz“.
Der ausführliche Text: Hier klicken!

„Menschen unter 25 empfinden den Punkt als passiv-aggressiv.“
Früher war der Punkt das Ende eines Satzes.
Heute ist er ein Kommunikationsrisiko.
Jetzt ist er öfter weg.
Damit es offener klingt.
Damit nix vorbei ist.
Damit es noch eine Chance auf Anschluss gibt.
Sätze ohne Punkt sind wie Gespräche ohne Pause.
Klingt locker, macht aber müde.
Vielleicht ist er gar kein Ende.
Sondern der Anfang von Klarheit.
Der ausführliche Text: Hier klicken!

„Strupiert“ – ein Wort, das so alt klingt, dass es fast schon wieder neu ist. Gefunden habe ich es im Zürcher Adressbuch von 1922. Da warb ein Schuhmacher mit „Naturgemässer Fusskleidung“ und „richtiger Beschuhung von Plattfüssen sowie verdorbener und strupierter Füsse“.
Nach einigem Graben stellte sich heraus: „Strupiert“ ist alt und mundartlich. „Strupieren“ bedeutete „sich schwer verletzen, verstümmeln“. Auch im 19. Jahrhundert sprachen wir in Deutschland noch von „struppierten Pferden“.
Etymologisch führt die Spur ins Französische, ins Italienische, ins Lateinische und sehr vielleicht auch ins Gotische.
Ein kleines linguistisches Abenteuer, entstanden aus einem einzigen Wort: Hier klicken!

Meine Schweizer Schwiegermutter strahlt wie ein Maikäfer. Ich hätte gesagt: wie ein Honigkuchenpferd. Und schon haben wir den Kulturunterschied vom Kaffeetisch.
Der Maikäfer: hölzern charmant, schweizerisch, um 1900 in den Sprachgebrauch geschlüpft. Das Honigkuchenpferd: älter, zuckriger, aus deutschen Jahrmarktsbuden, mit Rosinenaugen und leicht dümmlichem Grinsen.
„Wie sagt ihr dem?“, würde meine Schweizer Schwiegermutter fragen.
Der ausführliche Text: Hier klicken!

„Herr Fontane, Dahlie oder Georgine?“
„Junge Freundin, im 19. Jahrhundert sagten wir Georgine. Das klingt doch viel eleganter!“
„Aber heute heißt sie Dahlie.“
„Ach, die Namen wechseln, die Blüten bleiben. Sie blühen prachtvoll in Parks und Gärten und laden zum Verweilen ein.“
Warum die Dahlie in Deutschland Georgine hieß und die Azteken nur müde lächeln: Hier klicken!

Glow steht für „Good Looking Outwardly Wellbeing“ und beschreibt diesen besonderen Zustand, in dem Haut, Gesicht und gesamtes Erscheinungsbild von innen heraus zu strahlen scheinen. Glow ist das, was meine Oma Porzellanhaut nannte: Ein strahlender Teint, der frisch, ebenmäßig, rein, glatt, faltenfrei, zart schimmernd, ohne sichtbare Poren und ohne jeglichen Makel ist. Also das, was ich von Natur nie haben werde und auch sonst sehr, sehr wenige Menschen. Der Wunsch nach Glow entspricht einem Ideal, das nur Barbie-Puppen oder Beautyeingriffe bieten.
Realistisch ist Glow in den seltensten Fällen – außer in Welten, in denen Künstlichkeit oder künstliches Aussehen erwünscht sind und vorkommen – nämlich auf Instagram, TikTok, Pinterest etc. Dort gaukeln KI, Filter, Korrekturen und technischer Schnickschnack Glow vor. Und wollen ihn verkaufen. Willkommen in der Welt der Makelosen! Nun ja, der Pseudo-Makellosen.
Menschen wollen glauben, dass es Mittel und Wege zu ewiger Schönheit und Jugend gibt. Produkte, die uns äußerlich und innerlich fast unsterblich machen! Alles ganz easy-peasy! Und dann sind wir bei der Überbeautyfication! Und Marketing-Maschen!
Den ganzen Artikel lesen: Hier klicken!

Ungefragt und ohne zu bezahlen greifen sich LLMs unfassbare Mengen an Daten, also Texte, Fotos, Grafiken etc., aus dem Internet, speichern alles in monströsen Datenbanken und verwursten alles – ohne sich um Datenschutz, Urheberrechte und Bezahlung zu scheren. Google, Microsoft und alle anderen verdienen auf Kosten anderer. Indem sie Abos und/oder Daten verkaufen.
Der Markt ist da, die Menschen auch, doch wer kümmert sich darum, was mit den eingesammelten Daten passiert und wer produziert die Original-Daten, die an das Urheberrecht gebunden sind? Wie werden sie bezahlt und entschädigt? Für ihre Arbeit, ihre Zeit, ihr Wissen, ihre Erfahrung! Wer bittet KI-Unternehmen zur Kasse?
Nein, ich habe nichts gegen KI, wenn sie sinnvoll eingesetzt wird, und nicht als Gadget, Bespaßung oder Betreuung für faule Menschen. Möglichkeiten sollten wir nutzen, Diebstahl ist aber nie eine Legitimation, Umweltsauerei auch nicht.
Den ganzen Artikel lesen: Hier klicken!

Für die Werbung und die Algorithmen bin ich eine 54-jährige Oma, die dringend etwas gegen Falten und Inkontinenz tun muss, ein Hörgerät benötigt, ihren Rollator putzen kann und in Sacke und Asche gekleidet unsichtbar und gramgebeugt im Keller darbt und sich freuen soll, wenn vermeintliche „Enkelchen“ ab und an vorbeischauen.
Wir, die Alten, können nicht mehr arbeiten, keine Abenteuer erleben und uns auf keinen Fall neuen Herausforderungen stellen. Spaß? Never ever! Sex? Pfui! Wir können froh sein, wenn wir den Anschluss, woran auch immer, nicht verlieren. Werbung für Menschen ab 50 ist so spannend wie ein VHS-Kurs – und unpassend.
Unternehmen und Werbeagenturen suhlen sich darin, Menschen ganz bewusst Angst vor dem Altern und dem Alter zu machen: Falten sind schrecklich, graue Haare noch viel mehr, Inkontinenz trifft uns alle, Altersflecken sowieso – soll ich weitermachen?
Den ganzen Artikel lesen: Hier klicken!

Letztens hat jemand versucht, sich in mein Blog zu hacken. Das passiert öfter. Manchmal sind die Versuche, die ich per Mai bekomme, interessant, manchmal amüsant. Letzte Woche war es der vermeintliche Name „kurwa“.
Zuerst war ich erstaunt, dann habe ich gelacht – und an meinen Opa gedacht. Mein Opa war ein handfester Mann mit ordentlich Temperament und reichlich Humor. Natürlich hat er geflucht! Wie ein Bierkutscher!
Worte wie Schei*** wären ihm nie über die Lippen gekommen. Da hätte Oma eingegriffen. Aber Opa war auch nicht blöd und einfallslos. Eine meiner ersten Kindheitserinnerungen war das Wort „Kurwa!“, das Opa gerne als Fluch für alle Gelegenheiten nutzte. Jedes Mal, wenn Opa inbrünstig „Kurwa!“ von sich gab, entfuhr Oma ein empörtes „Hermann!“, während sie sich mühsam ein Grinsen verkniff.
Den ganzen Artikel lesen: Hier klicken!

„Mach keinen Tinnef!“ – das bekam ich als Kind zu hören. Selten, aber es kam vor. Während andere keinen Unsinn, Mist oder Quatsch anstellen sollten, war es bei mir Tinnef. Wenn ich anne Bude oder auffe Kirmes mein Herz an unnützen Kleinkram verlor, hörte ich wieder „Was willst du mit dem Tinnef!“. Wenn jemand gelogen hat oder verbale Fantastereien von sich gab, hieß es: „Red keinen Tinnef!“
Tinnef kommt aus dem Aramäischen bzw. Hebräischen, wo „ṭinnūf“ Schmutz und Kot bedeutet, und aus dem Jiddischen, wo „tinneph“ auch Kot, Schmutz und Unflat (Ein besonders schönes Wort, oder?) bedeutet. Von dort gelangte Tinnef in die Gaunersprache, das Rotwelsche, wo es „tinef“ oder auch „Dinnef(f)“ lautete und Dreck, Schund und Kot bedeutete. Jemand, der „tinef ist“ war verurteilt und überführt.
Den ganzen Artikel lesen: Hier klicken!

„Kess“ stammt für mich aus einer Zeit, in der mich alte, weiße Männer „Fräulein Bärbel“ nannten, was mich bereits als 10-Jährige gestört hat. Eine Bärbel war und ist für mich steinalt und langweilig, das bin ich nicht. Genau wie „Babsi“, das finde ich ganz, ganz schrecklich, klingt nach „Wendy“ oder sonstigen Mädchenromanen. Oder wenn ich in der Deutschschweiz zu „‘s Bärbeli“ werde, weil Diminutive und Kosenamen so schön sind. Nein, sind sie nicht. Ich heiße Barbara. Punkt. Zurück zu „kess“.
Damit sind wir bei meinen Schwierigkeiten mit dem Wort. Wenn mich jemand kess nannte oder nennt, wie meint er oder sie es? Bin ich ein offener Mensch, der mutig ist? Oder eine rotzige Rothaarige mit elend großer Klappe? Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht einordnen. Und deshalb verwende ich es nicht.
Den ganzen Artikel lesen: Hier klicken!

Neulich nachts um drei: Während ich dem Ruf der Natur folge, antwortet diese mit einem entspannten „Kuckuck“. Ein wenig irritiert lausche ich, es folgt ein weiteres „Kuckuck“. Schnell habe ich herausgefunden, dass der Kuckuck, je nach Temperatur, nur zwischen April und Juli ruft. Ja, auch nachts.
Im 12. Jahrhundert hieß er „kuk(k)uc“, im 14. Jahrhundert „gug(g)ug“ und im Mittelhochdeutschen „kukuk“ oder auch „kuck, gucke, kucker, gugger“. (In der Deutschschweiz sind sie dabei geblieben, da heißt der Kuckuck heute noch „Guggär/Guggar“ und die Kuckucksuhr „Guggärziitli“.) Im Althochdeutschen und Mittelhochdeutschen finden sich Verben, die „wie ein Kuckuck rufen“ ausdrücken, nämlich „guckōn“ und „gucken“.
Den ganzen Artikel lesen: Hier klicken!

Ich schätze, jede zweite Internetpräsenz überfällt unschuldige, nichtsahnende Besuchende mit den Worten: herzlich Willkommen!
Meist sind diese hingeworfenen Buchstaben nämlich nicht einmal korrekt geschrieben, geschweige denn ernst gemeint. Das wird spätestens klar, wenn ich mir die komplette, leider oft lieblos gestaltete Website anschaue. Da könnte man auch gleich schreiben: Kommense rein, kommense ran, hier werden Sie genauso verarscht wie nebenan. Macht aber keiner. Dafür das herzliche Willkommen, natürlich falsch geschrieben.
Wenn mich mein Wissen nicht täuscht, bedeutet Willkommen: Du bist nach Willen oder Wunsch gekommen. Gut, ich bin wunschgemäß, willentlich und freiwillig auf der Site gelandet – und jetzt? Soll ich vertrieben werden, weil ich mich nicht willkommen fühle? Will man mir Mut machen und eigentlich sagen: Du bist hier gelandet, weil Du es wolltest, nun sieh zu, was Du daraus machst?
Den ganzen Artikel lesen: Hier klicken!
Mehr? Einfach den Links folgen!
Vom Klönen und Chlönen.
Radau, Rabatz und Sirach
Von Gesocks und Strümpfen.
Als wie wennze Goethe wärs
Barkasse: singende Italiener und griechische Nachen
Friseur-Preise für Frauen: Warum Gender Pricing dämlich ist.
Halten Sie Abstand!
Bremsklötze, Hacktätschli und Frikadellen
Groß oder klein nach dem Doppelpunkt?
Kummer am Bund
Hanebüchen: keine Hecke macht Kikeriki
Kontaminiertes Zumindestens
Huhau und hottehü
Allerbeste Textertipps für allerfeinste Texte! Alles Quatsch!